Ryanair sagt, welche Flüge ausfallen

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Nach Tagen der Unsicherheit gibt Ryanair endlich bekannt, welche Flüge in den nächsten Wochen gestrichen werden. Dass die Flüge überhaupt ausfallen, liegt offenbar auch an den Arbeitsbedingungen.
Ein Flugzeug von Ryanair im Landeanflug auf den Flughafen in El Prat de Llobregat.Nach Tagen der Unsicherheit hat der Billigflieger Ryanair jetzt eine Liste aller gestrichenen Flüge der kommenden Wochen auf seiner Webseite veröffentlicht. Betroffene Passagiere würden zudem per Email über die Streichungen benachrichtigt, teilte das Unternehmen in der Nacht zum Dienstag mit.
Wird ein Flug abgesagt, können Ryanair-Kunden demnach entweder eine Rückerstattung beantragen oder kostenlos auf einen anderen verfügbaren Flug umbuchen. Am Dienstag sind allein sechs Flüge von und nach Deutschland betroffen: auf den Strecken Nürnberg-Mailand, Köln-Mailand sowie Berlin-Dublin.

Welche Rechte Passagiere außerdem haben, lesen Sie hier.

Die Fluggesellschaft hat Freitag überraschend angekündigt, in den kommenden sechs Wochen bis zu 2100 Flüge zu streichen, wovon voraussichtlich Hunderttausende von Passagieren betroffen sein werden. Grund seien Fehler bei der Urlaubsplanung. Ryanair-Chef O’Leary räumte mittlerweile ein, dass dies der Reputation des Unternehmens schaden werde.

Piloten wollen Ryanair verlassen
Die massenhafte Streichung von Ryanair-Flügen hat offenbar auch damit zu tun, dass nicht genügend Piloten für die irische Billigfluggesellschaft arbeiten wollen. Der Fluggesellschaft wird seit Jahren vorgeworfen, sie beute ihre Mitarbeiter mit Knebelverträgen und Niedriglöhnen aus. Am Montag räumte Ryanair-Chef Michael O’Leary in einer Telefonkonferenz mit Analysten ein, dass Konkurrenten versuchten, Piloten abzuwerben. Man werde versuchen, diese nun mit Bonuszahlungen vom Wechsel abzuhalten. Es gebe aber keinen Engpass.

Viele Ryanair-Passagiere sind von den Streichungen betroffen.Analysten verwiesen am Montag darauf, dass Ryanair inzwischen sogar in Südamerika versuche, Piloten anzuheuern. Irischen Medienberichten zufolge bietet der Billiganbieter neuen Piloten Antrittsprämien von 10.000 Euro. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit berichtete ebenfalls, dass Mitarbeiter Ryanair den Rücken kehrten.

Vorbereitung auf Aus von Air Berlin?
Ein Luftfahrtexperte bringt einen weiteren möglichen Grund für die Flugstreichungen ins Spiel. Ryanair bereitet sich nach Einschätzung von Gerald Wissel von der Beratungsgesellschaft Airborne auf den möglichen Fall vor, dass die insolvente Air Berlin ihren Flugbetrieb aus Geldmangel vorzeitig einstellen muss.

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«Im Fall eines vorzeitigen «Groundings» der Air Berlin müssten die begehrten Start- und Landerechte vom zuständigen Koordinator der Bundesrepublik sofort neu vergeben werden», sagte Wissel. Den Zuschlag könnten aber nur Gesellschaften erhalten, die dann auch mit entsprechenden Flugzeugen die Strecken tatsächlich fliegen könnten. Dafür wolle Ryanair einige Maschinen in der Hinterhand haben, vermutete Wissel.

Die EU-Kommission ermahnte Ryanair, die Verbraucherrechte ihrer Passagiere zu achten. Die Fluggesellschaft müsse den Kunden zeitnahe Ersatzflüge oder Entschädigungen anbieten, sagte ein EU-Sprecher. Man erwarte, dass sich Ryanair an die geltenden Gesetzte halte.

Ryanair selbst hat die Kosten der Flugstreichungen inklusive der Ausgleichsansprüche auf rund 20 Millionen Euro beziffert.

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